Lehrstuhl für Chemische Sicherheit und Abwehrenden Brandschutz

2. Konzeptioneller Brandschutz

Bei der Erstellung von Brandschutzkonzepten soll das Risiko durch Zusammenwirken vorbeugender baulicher, anlagentechnischer und organisatorischer Maßnahmen auf ein gesellschaftlich toleriertes Maß sinken. Die Wechselwirkungen mit Maßnahmen des abwehrenden Brandschutzes sind bisher überwiegend nur empirisch-traditionell und tradiert untersetzt.

Wechselwirkungen

Im Mittelpunkt dieses Themenfeldes steht die systematische Untersuchung der Wechselwirkungen zwischen vorbeugenden baulichen, anlagentechnischen und organisatorischen Brandschutzmaßnahmen. Dabei werden insbesondere die Schnittstellen zwischen Maßnahmen des vorbeugenden und des abwehrenden Brandschutzes analysiert, um Synergien zu erkennen und Zielkonflikte zu vermeiden. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf den Wechselwirkungen zwischen Gebäude- und Grundrissstrukturen – insbesondere Rettungs- und Angriffswegen – und den taktischen Optionen der Brandbekämpfung. Ziel ist es, die Einsatzbedingungen für die Feuerwehr zu verbessern und einsatzbedingte Rauchschäden gezielt zu reduzieren. Durch die ganzheitliche Betrachtung dieser Zusammenhänge können Brandschutzstrategien entwickelt werden, die sowohl präventiv als auch im Ereignisfall wirksam ineinandergreifen.

Betriebskontinuität – Maßstab der Brandschutzplanung und Brandbekämpfung

Die Sicherstellung der Betriebskontinuität bildet einen zentralen Maßstab moderner Brandschutzplanung und Brandbekämpfung. Brandschutzkonzepte werden dahingehend optimiert, Schäden durch Brandereignisse zu minimieren, die betriebliche Abläufe beeinträchtigen oder zu erheblichen Betriebsausfällen führen können. Dabei wird untersucht, wie Brandbekämpfungsmaßnahmen die Dauer eines Betriebsausfalls beeinflussen und welche Strategien zu einer schnelleren Wiederaufnahme des Betriebs beitragen. Besonderes Augenmerk gilt der Reduzierung von Rauchschäden, da diese häufig maßgeblich für lange Ausfallzeiten verantwortlich sind. Auf dieser Grundlage werden Methoden einer „Guten Einsatzpraxis“ entwickelt, die nicht nur auf die unmittelbare Gefahrenabwehr, sondern auch auf die nachhaltige Sicherung betrieblicher Prozesse ausgerichtet sind.